WG-Mietrecht-Problem: Wer haftet, wenn ein Bewohner seinen Anteil der Stromrechnung nicht zahlt?

Dies ist ein Gastbeitrag von Jessica. Sie ist Redakteurin bei just-study.com und beschäftigt sich dort mit dem Thema Studienplatzklage.

Es geht schnell: In einer Wohngemeinschaft ist das Leben allgemein immer etwas turbulenter als bei einer Einzelwohnung. Innerhalb kürzester Zeit wechseln mehrere Mitbewohner, weil der eine mit dem Studium fertig ist und ein anderer das Studium abbricht. Nach einem Jahr kommt die Abrechnung für zusätzliche Stromkosten, es wohnen jedoch bereits zwei neue Mieter in der WG. Wer haftet nun für die Beiträge der Stromrechnung?
So einfach, wie diese Frage klingt, so umständlich ist sie zu beantworten. Da diese Problematik jedoch wahrscheinlich auf viele Studierende zutrifft, ist ein Blick auf die rechtliche Lage durchaus angebracht. Los geht’s!

1. Die Grundlage des Mietrechts – Das WG-Modell

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie eine WG rechtlich aufgestellt ist:

A) Alle Mieter bilden eine Partei des Mietvertrages oder
B) Ein Mieter bildet eine Partei des Mietvertrages und darf weitere Mieter zur Untermiete in das Wohnverhältnis aufnehmen

Zu A)

Bei diesem Modell ist die Anzahl aller in der Wohnung lebenden Bewohner festgelegt. Der Vermieter muss jedem Aus- oder Einzug zustimmen und darf zudem auf eigene Faust einem Mieter kündigen und einen neuen Bewohner bestimmen. Außerdem darf er, wen dies im Mietvertrag vermerkt ist, festlegen, dass gar kein Mieterwechsel stattfinden darf. Zu beachten ist bei diesem Modell, dass ein neuer Mitbewohner rechtlich betrachtet den Mietvertrag vom Vormieter übernimmt. Deshalb müssen bei der Auflösung der gesamten WG seitens der Mieter alle Bewohner dem Vermieter kündigen. Dafür muss bei einem Beenden des gesamten Mietverhältnisses durch den Vermieter dieser auch allen Bewohnern kündigen.

Zu B)

Hierbei kommt es stark auf die Erlaubnis zur Untervermietung durch den Hauptmieter an, also der Person, die eine Partei des Mietvertrages darstellt. Verfügt jener über eine generelle Erlaubnis zur Untervermietung, so darf er Untermieter nach Belieben kündigen und aufnehmen. Die Höchstgrenze an Untermietern ist dabei zumeist im Hauptmietvertrag fixiert. Bei einer personengebunden Erlaubnis muss der Vermieter jedoch einer Aufnahme eines neuen Untermieters zustimmen, wobei Untermietern jedoch weiterhin ohne Zustimmung gekündigt werden kann. Somit kommt dem Hauptmieter gegenüber dessen Untermietern eine Treuhand-Funktion zu.

2. Haftung für Primär- und Sekundärverbindlichkeiten

Diese Unterteilung mag plausibel klingen, doch was hat dies mit der Haftung zu tun? Die Antwort darauf folgt nun:

Mietverbindlichkeiten sind jene im Mietvertrag festgelegten Bestimmung, für welche jeder Mieter aufkommen muss. Das ist natürlich vorrangig die Miete (Primärverbindlichkeit), aber auch die Kosten für Schäden oder nicht bezahlten Wohnkosten (Sekundärverbindlichkeiten).

Zahlt ein Mitbewohner die Miete nicht, verletzt er also eine Primärverbindlichkeit, so haftet allgemein jedes WG-Mitglied persönlich und unbeschränkt gemäß gemäß §§ 427,421 ff. BGB wegen gemeinschaftlicher Mitverpflichtung oder kraft Gesetzes nach § 128 HGB für die fremde Verbindlichkeit der WG. Nur der Nicht-Zahler muss also für die Kosten aufkommen.

Bei den Sekundärverbindlichkeiten ist die Rechtslage anders: Liegt das oben geschilderte Modell A vor, so haftet wie bei den Primärverbindlichkeiten nur dasjenige Mitglied, welches die Mietverbindlichkeit verletzt hat gemäß § 425 BGB und § 425 Abs 1 in Verbindung mit Abs. 2 BGB.
Trifft jedoch das Modell B zu, so haftet die gesamte Gemeinschaft für eine Verletzung einer Sekundärverbindlichkeit, auch wenn nur ein Mitglied nicht zahlt.

Bezahlt also ein Mitglied seinen Beitrag an zusätzlich fälligen Stromkosten der Jahresendabrechnung nicht, so haftet im Modell B die gesamte Wohngemeinschaft.

3. Haftung ausscheidender und neu einziehender Mitglieder

Das anfangs geschilderte Problem wird jedoch dadurch zusätzlich erschwert, dass die zwei Mitglieder, die für einen Teil der Stromrechnung aufkommen müssen, nicht mehr in der WG wohnen. Was nun?

Auch hier muss in die unter 1. aufgeführten Modelle unterschieden werden.
Bei Modell A liegt beim Mieterwechsel eine Vertragsübernahme vor. Das bedeutet im Klartext, dass ein neu einziehendes Mitglied rein theoretisch alle bis dahin angefallenen Mietverbindlichkeiten (z.B. Stromkosten) so übernimmt, wie er den ganzen Vertrag übernimmt. Da dies jedoch nicht praktikabel ist, sollte eine Klausel im Vertrag vorhanden sein, die diese Regelung außer Kraft setzt.

Dies gilt auch für austretende Bewohner: Theoretisch könnte es sein, dass dieser für die künftigen Mietverbindlichkeiten aufkommt, obwohl er nicht mehr dort wohnt. Auch dies muss im Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen sein. Ist eine solche Klausel nicht enthalten, so könnte sowohl ein neues als auch ein ausscheidendes Mitglied für Mietverbindlichkeiten des Vor- bzw. Nachmieters haften.

Für Modell B ist maßgeblich, ob der Hauptmieter über eine generelle oder personengebundene Erlaubnis zur Untervermietung verfügt. Handelt es sich um eine generelle, also muss der Vermieter Bewohnerwechseln niemals zustimmen, so kommen strenge Haftverschärfungen zu Tage. So muss in diesem Fall ein austretendes Mitglied gemäß § 736 Abs.2 BGB und § 160 HGB für weitere fünf Jahre nach dem Austritt für künftig anfallende Mietverbindlichkeit aufkommen. So verhält es sich auch bei neu eintretenden Bewohnern.

Ist die Befugnis zur Untervermietung jedoch personengebunden, trifft diese Bestimmung nicht zu und sowohl neue als auch Ex-Mitglieder müssen nicht für vergangene oder künftige Verletzungen von Mietverbindlichkeiten haften.

Gastbeitrag: WGcast – Nie mehr Casting-Marathons bei der Wohnungssuche

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Heute gibt es mal wieder was spannendes aus den weiten des Internets und ich würde sagen die Idee ist toll und sollte daher viel Unterstützung finden. Aber lest am besten selbst worum es genau geht:

Eine nützliche Idee hatten zwei Heidelberger Studenten, die vom üblichen Prozedere der WG-Suche in deutschen Studentenstädten genervt waren: „Warum nicht die Vorauswahl der Bewerber online treffen?“, dachten sich Sebastian Illing und Felix Klenk und riefen kurzerhand das kostenlose Portal WGcast ins Leben.

WGs treffen Vorauswahl
Hier bewirbt man sich, wenn man auf der Suche nach einem WG-Zimmer ist, mit einem persönlichen Profil per Mausklick auf alle interessanten Zimmerangebote. Neben dem Alter, der aktuellen Betätigung und der bisher gesammelten WG-Erfahrung, kann man darin unter anderem auch seine Hobbys, Interessen und Musikvorlieben angeben. Wenige Angaben sind verpflichtend, weil man den Nutzern die Freiheit lassen möchte, selbst zu entscheiden, wie man sich seinen potentiellen zukünftigen Mitbewohnern präsentieren möchte. Die WG wählt dann aus ihren Bewerbern die Favoriten aus und lädt nur diese zum persönlichen Kennenlernen ein. Dadurch ersparen sich sowohl Zimmer-Suchende als auch die WGs unnötige Telefonate und Besichtigungstermine, die aufgrund mangelnder Eignung oder fehlender Sympathie von vornherein zum Scheitern verurteilt wären. Abgesehen von der Bewerbung ist beiderseits so lange keine Kontaktaufnahme möglich, bis die WG entschieden hat, wem sie ihre Daten herausgibt.

Massencastings haben ausgedient
Zur Zeit üblich sind die sogenannten Massencastings, bei denen sich dutzende Bewerber innerhalb kürzester Zeit vorstellen und versuchen, einen bleibenden Eindruck bei der WG zu hinterlassen, die ein Zimmer zu vergeben hat. Für beide Seiten kein angenehmes Verfahren, ergeben sich daraus doch viele Nachteile: dutzende Telefonate, unzählige Besichtigungstermine, mitunter teure Fahrten zu Besichtigungsterminen und nicht zuletzt der Druck bei der Vorstellungsrunde zehren an den Nerven beider Seiten. Zudem stehen gerade Erstsemester oft zeitlich im Stress, da sie üblicherweise erst ein paar Wochen vor Semesterbeginn die Zusage für ihren Studiengang bekommen.

Sympathisches Profil entscheidet
Mit WGcast bewirbt man sich dagegen einfach und bequem am eigenen Rechner – ohne den Aufwand und die nervliche Belastung eines Massencastings. In aller Ruhe erstellt man sich einmalig ein individuelles Profil, mit dem man dann die WG-Bewohner überzeugen kann. Und sollten einem dann die Kontaktdaten freigeschaltet werden, kann man sich sicher sein, dass sich der folgende Besichtigungstermin auch lohnt. Denn wenn man die Vorauswahl überstanden hat, scheint man der WG schon einmal sympathisch zu sein – die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben.

wg-cast.de

Das Blogger United – Team wünscht dem Team von WGcast viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

Gastbeitrag: Blogparade – auf die Plätze..

… fertig, bloggen! Noch knapp 2 Wochen bis die Blogparade auf Blogg dein Buch startet. Mit
dem offiziellen Video zur „Blogparade“ , dass jetzt für euch auf Youtube bereitsteht wollen wir euch das Warmup für einen tollen
Wettbewerb geben!

Was ist Blogg dein Buch und wie funktioniert es? Die Challenge besteht darin, genau diese
Frage so kreativ und einfach wie möglich zu beantworten. Lasst euren Ideen freien Lauf – egal,
ob getextet, per Video, illustriert oder gesprochen. Der beste Blogbeitrag wird zur offiziellen
Einführung von Blogg dein Buch verwendet + mit interessanten Preisen sowie natürlich jeder
Menge Aufmerksamkeit belohnt!
Alle wichtigen Infos findet ihr hier unter: bloggdeinbuch.de/event/1/blogparade/

WICHTIG: Den Beitrag erst am 15.8.11 in eurem Blog veröffentlichen, danach bei BdB einloggen,
Beitragslink (inkl. Titel von max. 150 Zeichen) eingeben!
Teilnehmen kann jeder, der auf BdB registriert ist (ihr könnt euch auch jetzt noch anmelden unter:
bloggdeinbuch.de/registrieren/ !

Viel Spaß und Erfolg beim Basteln, Texten, Dichten oder was auch immer :)

Wünscht euch
euer BDB-Team

SEO für Blogger – schon zuviel oder noch zu wenig?

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Seien wir ehrlich: Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist schon irgendwie lästig. Keywords in seine Texte einzupflegen, für Google auf passende Überschriften und Zwischenüberschriften zu achten, macht Arbeit, die die meisten Blogger eher nicht lieben. Ein bisschen SEO muss vielleicht dennoch sein: Aber wann wird ein bisschen ein bisschen zuviel?

Keywords und die goldene Mitte

Nehmen wir den Blogger X. So ganz ohne SEO schreibt er im ungünstigen Fall einen aufregenden, anregenden, interessanten und einfach tollen Artikel und kaum jemand nimmt das wirklich wahr. Wer Google nicht zum Freund hat, gewinnt nicht viele Leser. Google mag Keywords. Wer Google also zum Freund haben möchte, schenkt der Suchmaschine passende Keywords. Berichtet man etwa über eine Fahrradtour durch Frankreich, so könnte es daher Sinn machen, die Wörter „Fahrradtour“ und „Frankreich“ etwas häufiger in den Text zu integrieren. Allerdings:

•Dabei spielt nicht nur die Anzahl der eingepflegten Keywords eine Rolle, sondern auch der Ort, an dem sie in Fließtext und Überschriften eingepflegt werden. Besonders wertvoll sind Keywords in der Hauptüberschrift, durchaus wertvoll auch in Zwischenüberschriften und eher zu Beginn als am Ende des Textes.

• Die Menge der Keywords: Klar ist, dass ein Zuviel an Keywords einem Blog mehr schadet als nutzt. Die gute Lesbarkeit des Textes darf nicht leiden. Auch Google mag zu viele Keywords nicht. Unterstellt die Suchmaschine einem Autoren Keyword-Stuffing, straft sie ihn schlimmstenfalls ab und seine Texte erscheinen in den Google Ergebnislisten nur noch auf hinteren Plätzen. Texte mit Keyword-Stuffing bestehen fast nur aus aneinander gereihten Keywords. Zwei bis fünf Prozent Keyword-Anteil am Text empfehlen dagegen viele SEO-Experten.

Keywords sollte auch in die Internetadressen von Artikeln des Blogs integriert sein. Eine URL wie www.meinblog.com/?=p20 ist für SEO wertlos.

Google achtet auf Qualität

Die gute Lesbarkeit und ein hoher Informationsgehalt von Blog-Texten sind vielleicht auch bei SEO mittlerweile die wichtigsten Kriterien für einen erfolgreichen Blog. Google hat jüngst mit einem Update namens „Panda“ nochmals betont, dass das Unternehmen den Nutzern seiner Suchmaschine qualitativ hochwertige Inhalte als Suchergebnis präsentieren möchte. Das ist nur allzu verständlich: Eine Suchmaschine, die nur für den Suchenden wertlose Inhalte findet, wird selbst als wertlos empfunden. Für den Blogger bedeutet das: Die Qualität seiner Texte ist heute mindestens ebenso wichtig wie Keywords.

Links machen bedeutend

Qualität spielt auch bei der Verlinkung eines Blogs eine Rolle. Wer in so genannten Linkfarmen einen Link auf seinen Blog hinterlässt, leistet mittlerweile einen eher geringen oder gar keinen Beitrag für eine gute Positionierung auf Google. Nach wie vor sind Links, die von anderen Seiten auf einen Text des Blogs verweisen, wertvoll. Aber die Frage ist auch, woher diese Links kommen. Bestenfalls verlinken Betreiber gut besuchter und als seriös anerkannter Websites und Blogs auf den Text in einem Blog. Das lässt sich allerdings nur dann realisieren, wenn der Textinhalt als wirklich wertvoll und interessant anerkannt wird. Linkstausch mit anderen Blogs kann ebenfalls bis zu einem gewissen Grad eine sinnvolle SEO Maßnahme sein. Aufgelistet werden solche Blogs etwa in der Blogroll, die als Element der meisten Blogs angeboten wird.

Social Media hilft (manchmal)

Aktivität auf gut besuchten Social Media Plattformen ist ebenfalls nicht nur ein Instrument, um auf der Plattform selbst mit Links auf den Blog Leser zu locken. Social Media Aktivitäten sind auch ein Instrument, um indirekt die Präsenz eines Blogs in Suchmaschinen zu stärken. Vor jeder Entscheidung, ob man als Blogger auf Social Media Plattformen aktiv wird und falls ja, wo sich eine Aktivität besonders lohnt, sind daher zwei Fragen wichtig:

• Wie viele Freunde kann ich auf der jeweiligen Plattform machen, die meinen Blog lieben werden?

• Wie sehr trägt meine Präsenz auf der jeweiligen Plattform dazu bei, dass auch Google meinen Blog liebt?

Ein bisschen existiert dabei ein Dilemma: Facebook ist Nummer 1 bei den Social Media Plattformen in Deutschland, trägt aber nicht soviel zu einer guten Google-Platzierung bei wie etwa Twitter oder YouTube. Welche Social Media Plattform soll man da wählen? Bei dieser Frage dürfte es auch interessant sein, die weitere Entwicklung von Google+ zu beobachten, das sich als neue Google Social Media Plattform in Deutschland gerade in der Betatest-Phase befindet.

Bildunterschriften, Sidemaps und andere Geschichten

Neben Keywords in Texten und Links sind eine Reihe weiterer möglicher Bestandteile eines Blogs für gute SEO sinnvoll: Dazu gehört etwa eine Auflistung der Kategorien, in die Blogartikel eingepflegt werden. Die Namen der Kategorie sollten ebenfalls für den Blog relevante Keywords enthalten. Sidemaps, Bildunterschriften und beschreibende Texte mit passenden Keywords für die in den Blog eingebundenen Videos tragen ebenfalls zu einer besseren Position des Blogs auf Google bei.

Also – wie viel SEO braucht der Blogger?

SEO sollte für einen Blogger kein Buch mit sieben Siegeln sein und auch nichts, wovon er am liebsten die Finger lässt. Die Zeiten von SEO Aktivitäten mit der Brechstange sind allerdings endgültig vorbei. Blogger werden das ebenso gerne lesen wie ihre Leser. Inhaltsarme Texte, die als reine Keyword-Container dienen, gefallen wohl beiden Gruppen nicht wirklich.

Über den Autor:

Christian Arno ist der Gründer und Geschäftsführer des Übersetzungsunternehmens Lingo24. Lingo24 operiert global, mit Niederlassungen auf vier Kontinenten und über 170 fest angestellten Mitarbeitern. Des weiteren arbeitet Lingo24 mittlerweile mit einem Netzwerk von ungefähr 4000 freiberuflichen Übersetzern.