Männer und Frauen – zwei (Blog-)Welten?!

Die Blogosphäre als ein komplexes Ganzes zu bezeichnen wäre ja auch zu einfach. Blogger, die überwiegend gleiche Interessen haben, gleiche Ansichten vertreten und sich harmonisch ergänzen. Nein, gibt es nicht. Ich denke, man kann sogar noch weiter gehen und sagen, dass es gleich zwei Blog-Welten gibt. Einmal die männliche Blogosphäre und einmal die weibliche Blogosphäre. Sie können unterschiedlicher nicht sein – und haben dennoch einige Gemeinsamkeiten. In diesem Artikel möchte ich die beiden Blog-Welten von Frauen und Männern einmal etwas beleuchten und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten aufzeigen. Vielleicht entdeckt sich ja der ein oder andere Blogger oder die eine oder andere Bloggerin wieder.

Die Tatsache, dass es zwischen männlichen und weiblichen Bloggern Unterschiede gibt, sollte keine Verwunderung hervorrufen. Andere Interessen und Themenschwerpunkte alleine sorgen bereits dafür, dass man niemals identische Artikel lesen wird. Ausnahmen bestätigen hier natürlich immer die Regel. So wird es vermutlich wenige Bloggerinnen geben, die über Fußball, Bier und Angelsport schreiben. Ebenso wenig wird es kaum Männer geben, die in ihrem Blog Themen wie Wellness-Massagen, Shopping-Marathons oder Schminkabende mit Freunden behandeln. Stichwort Ausnahmen: auf weiblicher Seite fällt mir hier sofort die Vorstadtprinzessin ein, die ab und an tatsächlich über Bier bloggt. Einen männlichen Beauty-Blogger hingegen suche ich bisher vergeblich. Aber den muss es ja auch nicht zwingend geben.

Welche Blogger-Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen?

Die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Bloggern beschränken sich allerdings nicht nur auf den Inhalt der Blogs. Auch die (technische) Umsetzung, die Gestaltung sowie das ganze Drumherum ist in den meisten Fällen verschieden. Während es bei männlichen Bloggern eher klare und strukturierte Designs im Blog gibt, darf es in der Damenwelt auch mal bunt und beinahe unordentlich zugehen. Farben und Formen spielen hier häufig eine große Rolle. Was mir persönlich aufgefallen ist: während Männer häufig auf eigene Domains und WordPress setzen nutzen weibliche Blogger öfter Bloganbieter wie beispielsweise blogspot.com und legen (scheinbar) nicht so viel Wert auf eine Top Level Domain.

Test- und Technikblogger

Gerade die Sparte der Testbloggerinnen ist hier zu nennen, wobei es selbstverständlich auch hier Ausnahmen gibt. Überwiegend jedoch wird hier auf kostenlose Blogs gesetzt, die mit Inhalten gefüllt werden. Eine eigene Domain ist scheinbar unwichtig, wichtiger ist, dass der publizierte Inhalt Eindruck macht und überzeugen kann. Ebenso wichtig ist der Inhalt auch bei den Technik-Bloggern – überwiegend männlich – die neue Smartphones, Tablets und Co. durchleuchten und die Vor- und Nachteile genauestens auflisten. Hier allerdings spielt in der Regel auch ein perfektes Design sowie eine Google-freundliche Domain eine große Rolle. Zu gerne will man in den Suchergebnissen vorne auftauchen und möglichst viele Mitbewerber hinter sich lassen. Bei den Testbloggerinnen – diese sind nunmal überwiegend weiblich – spielt hingegen die Zusammenarbeit eine große Rolle (nicht, dass es bei Technik-Bloggern und in anderen Bereichen nicht der Fall ist, hier nur ganz extrem, wie mir auffällt!). Fast alle Blogs sind untereinander gut vernetzt und via Friend Connect und Co. miteinander verbunden. Stets ist man hier manuell auf der Suche nach Lesern und Leserinnen, während andere Blogger vorwiegend über den Inhalt selbst auf Leserjagd zu gehen scheinen.

Kooperationen und Verbindungen

Zusammenarbeit gibt es in der Blogger-Welt auf jeder Ebene. Dennoch scheint es, als seien die Frauen untereinander kooperativer. Gerne wird verlinkt, der Inhalt geteilt oder das Gewinnspiel verbreitet. Auch in Sachen Kommentare sind die weiblichen Blogger aktiver – zumindest ist dies bei denen so, die ich kenne. Während männliche Blogger überwiegend zum Thema selbst kommentieren oder Anregungen und Hinweise geben ist es in der Frauenwelt so, dass muntere Diskussionen zustande kommen. Diese können zeitweise auch mal in ganz unterschiedliche Richtungen streuen und geben in vielen Fällen erneut Anlass, um Blogartikel zu verfassen.

Themenblogs und Mischblogs

Ein weiterer Aspekt, der den Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Blogosphäre aufzeigt ist die Themenwahl. Die meisten Themenblogs, die ich verfolge, werden durchweg von Männern mit Content versorgt. Die themenfreien Blogs, also die Mischblogs, die kein festes Thema behandeln, hingegen werden häufig von Frauen geführt. Selbstverständlich gibt es auch hier Ausnahmen. Als Erstes fällt mir zum Beispiel der Blog Paulchens kleine Welt ein, der sich voll und ganz auf das Thema Kinder und Kindererziehung spezialisiert hat und von einer Frau geführt wird. Zwar gibt es auch hier Abwechslung, aber Kinder und Kinderthemen stehen klar im Focus. Und bei den Männern setzt sich beispielsweise der Blog gesichtet.net dem Trend entgegen und präsentiert Inhalte aus ganz verschiedenen Themengebieten. So findet man Katzenfotos ebenso wie Berichte über Smartphones und Co. Man merkt, keine der Aussagen aus meinem Artikel hier kann man verallgemeinern. Daher weise ich auch ausdrücklich darauf hin, dass dieser Text keinesfalls Gesetz ist und es genau so ablaufen muss – Ausnahmen und Abweichungen gibt es immer und das ist auch völlig in Ordnung.

Fazit, Unterschiede und Abschluss

Ein Fazit darf zu diesem Artikel natürlich nicht fehlen. Doch so ganz kann ich keine einheitlichen Schlüsse ziehen. Es ist eben so, dass Ausnahmen die Regel immer wieder bestätigen und so dafür sorgen, dass ein gezeichnetes Bild verschwommen aussieht. Mein Eindruck – und daran hat auch das Verfassen dieses Textes nichts geändert – ist, dass die Blog-Welten von Männern und Frauen sehr unterschiedlich sind. Während Frauen eher auf Inhalt und ein buntes Design achten, ist es bei den männlichen Parts eher so, dass eine passende Domain und ein klares Design im Mittelpunkt stehen. Selbstverständlich zählt auch hier der Content, der viel Arbeit macht und häufig in die Richtung der Perfektion schielt. Auch in Richtung technischer Ausstattung des Blogs ist es die Männerwelt, die stärker darauf achtet, welche Plugins im Einsatz sind, welchen Bloganbieter man wählt (wenn es ausnahmsweise kein selbstgehosteter Blog mit WordPress wird) und wie man den Blog in den Google-Rankings möglichst hoch platzieren kann. Bei den Frauen zählt eher die Gemeinschaft und der Spaß an der Sache an sich.

Wie seht ihr dieses Thema? Unterscheiden sich männliche Blogger und weibliche Bloggerinnen tatsächlich so stark, wie ich es sehe? Oder kenne ich einfach viel zu wenige Blogs, um das so zu beurteilen? Habt ihr vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht oder gibt es Beispiele, die meine Thesen untermauern oder widerlegen? Ich freue mich auf eure Meinung und natürlich auf eine interessante Diskussion.

Autor: Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Student. Ich blogge hauptsächlich auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Google+.

3 Gedanken zu „Männer und Frauen – zwei (Blog-)Welten?!“

  1. Es meldet sich die Bierfrau 😀 Danke erst einmal für die Verlinkung und nun btt. Eigentlich hasse ich ja Schubladendenken, aber teilweise hast du recht und teilweise empfinde ich Blogs nicht wirklich Geschlechtsspezifisch. Gerade auf meiner Seite kommentieren mehr Männer als Frauen. Ob es daran liegt, das ich eine Frau bin, weiß ich natürlich nicht. Insgesamt ist mein Reader aber bunt gemischt und die meisten Blogs, werden nicht Männer- oder Frauentypisch geführt. Die unterschiede in den Blogs, liegen da wohl eher an den persönlichen Präferenzen. Um SEO zu betreiben, muss man natürlich das entsprechend Hintergrundwissen haben. Das kriegen Männer einfach besser hin oder sie interessieren sich mehr dafür. Frauen denken da wohl eher an das Design. „Sieht die Seite schön aus, wird sie auch geklickt :)“ Da ich lieber in den Saturn gebe als in einen Schuhladen, bin ich da wohl eh ein wenig anders ^^

    Dennoch wäre sicher mal ein toller Test, sich Blogs anzuschauen, ohne jegliche Autoreninfos und versuchen zu eraten, ob eine Frau oder ein Mann den Blog führt.

  2. Ich blogge auch über Bier und Fußball. Noch dazu über Videospiele, Rollenspiele… und bin eine Frau.
    Männliche Beautyblogger gibt es..

    Sicher sind das jeweils Ausnahmen und männliche Blogger bloggen im Großteil ganz anders als weibliche. Schade finde ich auch, dass sich bei Gemeinschaftsblogs oftmals Frauen mit Frauen zusammentun und Männer mit Männern, wobei die Frauen vermehrt darauf pochen, ein „Femblog“ zu sein, was ich persönlich jedoch für unnötig halte.
    Ich für meinen Teil lese davon ab jedoch fast nur Blogs, die von Männern geführt werden, da mir diese – logischerweise dann – größtenteils besser gefallen.

  3. Hey Hauke,

    schöner Artikel. Also mir ist bisher auch nur aufgefallen, dass die Test-Bloggerinnen meisten sehr gut vernetzt sind und sie wirklich sehr gemeinschaftlich agieren. Bei den von dir genannten Tech-Bloggern ist dies zum Teil auch zu erkennen, aber meiner Meinung nach eher die Ausnahme. Dort scheint man wirklich lieber auf sich selbst konzentrieter zu sein, was nicht heißen soll dass an Verlinkungen gespart, nein ganz im Gegenteil, Blogger verlinken immer mehr dorthin wo sie ihre Inhalte herhaben und diese Entwicklung finde ich sehr positiv.

    Viele Grüße

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