Filmkritik: Beyond The Limits

Filmrezension zu:

Beyond The Limits“ (2003) (Uncut)
Regie: Olaf Ittenbach
Genre: Horror, Splatter, Gore

Inhalt: Die junge Reporterin Vivian interviewet den Totengräber Frederick. Der erzählt ihr von dem kürzlich verstorbenen Mr. Downing. Auf der Suche nach einer okkulten Reliquie gerät dieser in ein sadistisches Blutmanifest. Diese Reliquie hat bereits im Mittelalter für Tod und Verderben gesorgt. Dabei beinhaltet sie ein Geheimnis, dem das Schicksal der Menschheit innewohnt…

Kritik:

Olaf Ittenbach ist bekannt für augesprochen gewaltsame Horrorfilme, bei denen die Grenzen des Zumutbaren oft überschritten werden. Leider bewegt er sich dabei häufig auf dem Niveau eines Laienregisseurs. Nach dem mein erster Ittenbach-Film Dard Divorce war, hielten sich meine Erwatungen an jenen Streifen sehr gering.
Doch er war tatsächlich besser, als erwartet. Die Kameraarbeit und die Settings wirken professionell. Das Mittelalter sieht nicht aus, wie verkleidet (wie in vielen deutschen Filmen) sondern wirkt ehrlich authentisch.
Die Gore-Szenen sind, wie erwartet, brutal und detailliert, und richtig gut ausgeführt. Der Punkt, mit dem Ittenbach zumeist überzeugen kann, auch wenn es an vielen Stellen übertrieben wirkt..
Dieser Film ist in zwei Geschichten unterteilt, ähnlich wie Martyrs oder From Dusk Till Dawn. Zwar haben diese Geschichten hier noch eher einen Zusammenhang, dennoch sind sie so verschieden, dass es auch Episoden einer Sendung hätten sein können. Zusammengehalten werden diese durch die dritte, sehr schwache Geschichte, die mit dem Friedhofswärter und der Reporterin.
Einige der Schauspieler konnten tatsächlich mal überzeugen. Viele waren dabei, die so schlecht gespielt haben, dass ich direkt wieder wusste, dass ich mich in einem Ittenbach Film befinde. Besonders positiv aufgefallen ist mit hingegen der Peiniger mit dem Tattoo ums Auge. Sein Schauspiel hatte Stil. Fast alle anderen bräuchten noch ein paar Stunden auf der Schauspielschule. Viele Handlungen wirkten unmotiviert, man tat Dinge, die wohl im Skript standen, den Schauspielern selbst aber nicht einleuchteten. Zum Beispiel das Umkreisen des ungebetenen Besuchers vom Hausherrn. Grottenschlecht.
Zudem wirkte der erste Teil des Film wir unterklassiges Theaterschauspiel (so lange, bis der Tattoowierte und der Käsige den Raum betraten).
In diesem Zusammenhang kann ich aber auch mal loben, dass die Synchronstimmen richtig gut waren. Auch das darf nicht außer Acht gelassen werden.
Der Mittelalterteil wirkte eher wie eine Kömodie. Irgendwann nahm sich der Film selber nicht mehr so ernst, das war lustig, passte aber dennoch nicht ganz ins Setting. Insgesamt zog sich der Mittelalterteil recht in die Länge.
Ich hatte das Gefühl, dass Ittenbach, der übrigens einen Cameo-Auftritt als Penner hatte, wiedermal Geil auf Splatter war und dafür allerlei fadenscheinige Begründungen in den Raum geworfen hat. Die Intention, der beiden Rachekiller im Haus, alle Leute umzubringen, wurde umständlich erklärt und rutschte haarscharf am Unsinn vorbei.
Die Musik des Films war unterstes Xena-Niveau. Dahinplätscherndes Geträller, unspannende Kompositionen ohne wirklich spannenden Stil. Das kennt man schon zu Hauf aus diversen Fernsehserien, wo jedem Handschlag ein eigenes Musikinstrument zugewiesen wird. Schade, denn mit guter Musik kann man ausgesprochen viel reißen. Man denke nur an die eingängigen Themen aus Psycho oder Halloween .
Die Soundeffekte sind oft viel zu übertrieben und unpassend. Wenn man bei jedem Bild, in dem Blut zu sehen ist, dieses *quetsch* *matsch* hört, wird es irgendwann unglaubwürdig.
Andere Sounds vermitteln ebenfalls direkt den Eindruck einer B-Produktion: Ich erinnere mich dabei speziell an die Szene, in der ein Wagen durch die Wüste fährt. In einer Einstellung „springt“ der Wagen dreimal, kommt also immer näher. Dazu gibt es jedes Mal dieses Zisch-Geräusch. Ist in dieser Situation lächerlich. Ich finde, man sollte in einem guten Horrorfilm klar zwischen freundlichen und unfreundlichen Situationen unterscheiden. An High Tension konnte man das sehen. Jeder wusste, dass es ein übler Film werden wird. Da wirkt ja die wirklich fröhliche Stimmung und Musik im Auto geradezu paradox.
Wenn man in einem Film die ganze Zeit Dysharmonien und moll-dominierte Musiksequenzen erklingen lässt, dann wirkt die Musik nicht mehr, wenn es wirklich spannend sein soll.

Also, mit ein paar Verbesserungen bei den Schauspielern, der Musik, den Geräuschen und der Story, wäre der Film bestimmt erfolgreicher geworden. Hervorzuheben sind die gute Kameraarbeit, die Gore-Effekte, und… ja.

Der Film bekommt von mir 3/6

Geschrieben von: Kaius

Autor: Kaius

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3 Gedanken zu „Filmkritik: Beyond The Limits“

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