CMS Frage: WordPress oder Blogger?

Da ich in den vergangenen 2 Jahren mehrmals gefragt wurde welches Content Management System kurz CMS zum bloggen für den Anfänger am besten geeignet wäre, dachte ich mir dass es nun endlich mal Zeit wird meine persönliche Meinung zu diesem Thema hier kurz festzuhalten, da ich bereits mit beiden Systemen insbesondere dem selbst gehosteten WordPress einige Erfahrungen sammeln konnte.

Vor- und Nachteile zum selbst gehosteten WordPress (welches wir auch für BloggerUnited.de verwenden) gegenüber Blogger und WordPress.com:

Ein selbst aufgesetztes WordPress bietet ganz klar die meisten Freiheiten, aber für diese Freiheiten muss man allerdings auch den ein oder anderen Euro in die Hand nehmen. Denn wer sein eigenes WordPress pflegen möchte, benötigt erstmal Webspace, wo er die ganze Geschichte hochladen kann und dann möchte man als Blogger noch meistens eine eigene Domain. Beides zusammen bekommt man schon für relativ wenig Geld. Junge und auch fortgeschrittene Blogger dürften hier mit Kosten von weniger als 5 € im Monat locker auskommen.

Für die vielen Freiheiten muss man allerdings mehr als nur Bares in die Hand nehmen, denn die Wartung und Pflege einer WordPress-Installation kann gerade für Anfänger sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Nach einiger Zeit schafft man vieles jedoch in wenigen Sekunden, denn WordPress ist noch mit das einfachste und übersichtlichste CMS zum bloggen.
Auch kann es mal vorkommen dass euer Blog sich einen Virus einfängt und eure Seite zu einem Bot verwandelt der Viren großzügig ins Netz verteilt. Hier werdet ihr nicht drumherumkommen euch mit HTML- und PHP-Codes auseinanderzusetzen, wem das nicht liegt sollte sich Hilfe besorgen oder lieber gleich vom „eigenen“ WordPress absehen. Zwar kommt ein Virenbefall sehr selten vor, erst Recht wenn man die vorhandenen Aktualisierungen immer fleißig sofort vornimmt, aber es kann leider trotzdem mal vorkommen, wo von wir leider auch schon ein Lied hier singen können. Der Ärger ist groß und hat schon bei so einigen Bloggern dafür gesorgt dass sie ganz mit dem bloggen aufgehört haben.

Nun aber zu den vielen Vorteilen und Freiheiten von WordPress:

Ihr könnt jederzeit die Quelltexte bearbeiten und eigene Inhalte einfügen und eure Seite genauso modifizieren wie ihr möchtet. Auch gibt es schon etliche Plugins für weitere nützliche Funktionen die ihr per Mausklick installieren könnt. Plugins sind beim kostenlosen WordPress.com leider nicht erlaubt und bei Blogger habt ihr Gadgets die ihr über das Layout einfügen könnt, welche also nicht ansatzweise so viele Möglichkeiten bieten wie die Plugins bei WordPress.

Habt ihr euer WordPress also erstmal installiert, habt ihr ein tolles CMS vor euch bei dem ihr mit Freunden oder auch alleine bloggen könnten. Zu beachten seien hier nur die Installation der Aktualisierungen und dass ihr keine schädlichen Plugins installiert. Weniger ist also auch hier mehr. Genau wie bei Blogger und WordPress.com habt ihr auch hier viele kostenlose Themes zur Auswahl.

Fazit zur WordPress-Installation:

Mit etwas Fleiß erhaltet ihr hier die vielleicht beste Software zum bloggen die es gibt. Aktualisierungen kommen alle paar Monate raus und ihr habt es komplett selbst in der Hand was euer Blog oder eure Website können soll und was nicht. WordPress könnt ihr kostenlos runterladen. Alles was ihr dann noch braucht ist Webspace und eine Domain. Da WordPress so beliebt ist, findet ihr bei Problemen und Fragen sehr wahrscheinlich die passenden Antworten irgendwo im Netz oder auch in vorhandenen WordPress-Foren. Gleiches gilt auch für Blogger und WordPress.com. Bei größeren Problemen wie einem Virenbefall wären HTML- und PHP-Kenntnisse allerdings von großen Vorteil, ansonsten hilft nur noch externe Hilfe.

Vor- und Nachteile von Blogger gegenüber WordPress und WordPress.com:

Eins vorne weg: Wer Google nicht mag wird mit Blogger wohl nicht sonderlich glücklich, da Google das damalige Blogspot (heute Blogger) aufgekauft hat und man heute nicht mehr drumherum kommen wird sich seine Blogs zu erstellen ohne ein Google-Account zu besitzen. Da Blogger kostenlos ist und ihr bereits alle Mittel mit der Registrierung dort besitzt, ist es genauso einfach wie bei WordPress.com mit dem Bloggen zu beginnen. Die einzigen Gedanken die ihr euch am Anfang hier bei beiden Diensten machen solltet ist die Sache mit der Domain. Bei Blogger sieht eure Domain so aus: dein-domain-name.blogspot.com (oder auch .de) und bei WordPress.com natürlich so: deindomainname.wordpress.com. Solltet ihr eure Domain später doch mal ändern wollen, was natürlich nicht so optimal für eure Backlinks ist, könnt ihr dies bei Blogger ganz leicht unter Einstellungen tun, geht meiner Meinung nach unbegrenzt oft, aber bedenkt dass sehr viele Namen bereits vergeben sind.

Keine Wartung, kaum Viren, keine Arbeit und so gut wie nie Ärger wie oben bereits erwähnt oder so ähnlich lauten die Vorteile allgemein von kostenlosen Content Management Systemen wie WordPress.com, was bei Blogger auch nicht anders ist. Die Auswahl der Themes ist super und ihr habt viele Möglichkeiten eure Blogs nach euren Wünschen einzustellen.

Fazit zu Blogger.com:

Besonders toll an den komplett kostenlosen Systemen finde ich, dass man sich eigentlich nur anmelden braucht und sofort mit dem bloggen beginnen kann. Der Durchschnitts-Blogger bekommt meiner Meinung nach bei Blogger.com und WordPress.com alle Einstellungsmöglichkeiten die er benötigt und braucht sich nebenbei nicht mal um Aktualisierungen oder Virenschutz großartig zu kümmern. Besser geht es eigentlich kaum. Eigentlich weil: Es könnte vielleicht doch mal Situationen geben wo ihr euch mal kurz eingeschränkt fühlt, aber ich denke für diese Herausforderungen wird es auch Lösungen geben.

Vor- und Nachteile von WordPress.com gegenüber WordPress und Blogger.com:

Eigentlich ist es fast identisch zu Blogger.com nur dass ihr nicht an Google „gebunden“ seid. Ich glaube aber dass es bei Blogger.com viel leichter ist viele Blogs mit ein und den selben Account zu führen, wenn man dies denn will. Bei WordPress.com war es glaub ich so dass ihr pro Blog einen extra Account registrieren müsst.

Fazit zu WordPress.com: 

Meiner Meinung nach nehmen sich Blogger.com und WordPress.com nicht mehr viel. Früher gab es bei WordPress.com die schöneren Themes, aber da hat Blogger auch vor kurzem kräftig nachgelegt und wunderschöne Themes bereitgestellt.

Fazit:

Sicher es gibt noch viel mehr Systeme zum bloggen wie zum Beispiel Tumblr. In diesem Artikel wollte ich allerdings auf die 3 eingehen, die euch am meisten Einstellungen bieten. Auch kann ich euch leider die Entscheidung welches CMS das richtige für euch ist nicht abnehmen, da es viel zu viele Faktoren gibt die man da beachten müsste. Ich hoffe aber den Kern dieser 3 rübergebracht zu haben.

Bei Fragen steht euch die Kommentarfunktion wie immer zur Verfügung. Auch wären eure Erfahrungen für Neulinge sicher sehr hilfreich.

9 Gedanken zu „CMS Frage: WordPress oder Blogger?“

  1. Natürlich hat man bei einem selbstgehosteten CMS-System mehr Freiheiten. Es sollte aber noch erwähnt werden das es auch bei WordPress.com eine kostenpflichtige Version gibt mir der man deutlich mehr machen kann als bei der kostenlosen.

    Bei Blogger.com von Google habe ich aber gegenüber der kostenlosen WP-Variante einen entscheidenden Vorteil, ich habe dort deutlich mehr Freiheiten. Ich kann meine Seite frei anpassen und kann eigentlich vieles (aber eben nicht alles) realisieren was ich mit einem selbstgehosteten WP auch kann, allerdings ist dazu der Aufwand recht hoch und ich muss mich in die Besonderheiten der Templates und Widgets von Blogger einarbeiten.

    Übrigens kann man auch bei WordPress.com mehrere Blogs unter einem Account anlegen. Und sowohl bei Blogger.com und auch bei WordPress.com besteht die Möglichkeit diese auf eine eigene Domain zu legen, natürlich kostenpflichtig.

    Letztendlich aber hast du Recht, es muss jeder selbst entscheiden welches System er nutzen möchte.

    1. Hallo Marmel,

      dass mit der eigenen Domain bei Blogger und WordPress.com hab ich ganz vergessen, danke dafür und dass man bei WordPress.com ebenfalls mit einen Account mehrere Blogs anlegen kann wusste ich nicht, find ich aber sehr gut.

      Gruß

  2. Ich habe gerade zu dem Thema einen längeren Post verfasst nachdem ich rund 100 Teilnehmer einer Blogparade besucht, gelesen und kommentiert hatte.
    Fazit: Keines der fertigen Portale (Blog.de, Blogger/Blogspot oder WordPress.com) ist sinnvoll, denn alle machen Kommentatoren das Leben unnötig schwer, allen voran blog.de die seit einiger Zeit (gefühlt) für jeden Kommentar einen einmaligen Benutzernamen fordern. WordPress.com verlangt zwangsweise einen dortigen Login und Blogger/Blogspot fällt aus dem Rahmen und fordert fiese Captchas die einen Android-Browser gerne mal killen können. Es gibt genügend Webspace-Anbieter die WordPress vorinstallieren, der Aufwand für einen eigenen Blog hält sich dann wirklich in Grenzen.

  3. Habe mit Blogger angefangen und bin bei WordPress hängen geblieben. Für mich mit das beste System was es gibt. Tumblr ist lediglich fürs Micro-Blogging gut. Zumindest nutze ich es nur dafür. Dort kann man allerdings viele künstlerische Dinge entdecken.

  4. Mir geht’s wie Tanja. Ich habe meine ersten Gehversuche mit Blogger.com gemacht und bin dann schnell bei WordPress.org gelandet. Ich wollte einfach der Herr im eigenen Hause sein (eigene URL…). Nach ein paar Jahren bloggen sehe ich das immer noch so.

  5. Hallo,
    ich habe vor einigen Jahren bei Blogger.com angefangen, wechselte jedoch einige Zeit später zu einem selbstgehosteten WordPress-Blog. Ich finde, das die Vorteile von einem selbstgehosteten Blog auf der Hand liegen. Man kann viel freier agieren, hat allerhand interner Werkzeuge eines CMSs zur Verfügung und freie Wahl des Blogaussehens. Für Neulinige würde ich trotzdem Blogger oder WordPress.com empfehlen. Es eignet sich gut, um das Gefühl fürs Blogging zu bekommen. Nachher kann man immer noch entscheiden, ob selbstgehostet oder nicht.

  6. „Bei Blogger sieht eure Domain so aus: dein-domain-name@blogspot.com (oder auch .de) und bei WordPress.com natürlich so: dein-domain-name@wordpress.com.“ So weit ich es ausprobiert habe, leider nicht: Ein kleiner, feiner Unterschied besteht darin, dass bei wordpress Bindestriche nicht erlaubt sind. Die Adresse sieht dann so aus: deintollerfantasievollerblogname.wordpress.com. Mir gefällt die Möglichkeit, die blogger mir bietet: alles-was-du-dir-ausgedacht-hast.blogspot.de. Aber es gibt sicher noch viel mehr kleine, feine Unterschiede, wie z. B. das Einfügen von pdf-Dokumenten (einfach bei WordPress, nur über Umwege bei Blogger), die jeder für sich abwägen muss.
    (Und das @-Zeichen kommt doch nur in die E-Mail-Adresse, oder?)

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